Salz der Saale - Busexkursion am 22. Oktober 2016

Mit gut besetztem Bus ging es an diesem etwas trüben, aber typischen Herbsttag in den Saalekreis, wo ich einiges vorbereitet hatte, aber gar nicht zeitlich zu allem kam. Das ist das Schicksal von Premieren. Dennoch glaube ich, dass der Tag gut gefüllt war und Einsicht in eine Region bot, die vor hunderten von Jahren ihre Blütezeit hatte. Das war gleich an der ersten Station fühlbar angesichts der prunkvollen Burgkapelle der einstigen Residenz auf dem Land(e)sberg. Nicht weniger überzeugend sicher die ehrfurcht erweckende Augustiner-Chorherren-Kirche auf dem 250 hohen Petersberg, Von hier ging es reibungslos - trotz vieler Baustellen - mit unserem Bus der Firma Eick aus Berlin hinein über Trotha nach Halle-Kröllwitz, wo eine Einkehr für uns reserviert war, die glaube ich allen gut gefallen hat. Immerhin saß am Nebentisch der Ministerpräsident Reiner Haseloff, was darauf hinweisen könnte, dass die Gaststätte "Krug zum grünen Kranze", direkt an der Saale, gegenüber der Burg Giebichenstein, gut und beliebt ist. Zu Fuß ging es auf  besagte nahe Burg, die eine so reiche Geschichte hat, dass sie eigentlich mit der Wartburg verglichen werden kann. Von den ausgegrabenen Mauerresten, die wie ein Labyrinth waren, hatten wir eine wunderbare Aussicht in die herbstliche Saalelandschaft! Unser Bus fuhr uns nun an der Saale durch Halle selbst - die Altstadt entlang mit einem Kurs, der fast alle großartigen historischen Gebäude erkennen ließ. Nächster Ort war nun das eine halbe Stunde südlich über endlose Baustellen liegende Schkopau. Hier wäre auch eine Werksführung angebracht im einstigen Buna-Werk oder in Leuna, das in diesem Jahr 100 Jahre alt wurde. Das Schopauer Werk aber erzeugte in den 30er Jahren den weltersten künstlichen Gummi. Ein Meilenstein für die Automobilgeschichte! Heute gehört dank Treuhandverkauf der verdienstvolle Chemiebetrieb dem US-amerikanischen "Dow chemical" - nach der BASF der zweitgrößte Chemieriese der Welt.

Dass Schkopau aber nicht nur aus Plaste und Elaste besteht, konnten wir sehr praktisch erleben, denn wir besuchten das Schloss Schkopau, welches seit 15 Jahren ein renomiertes Hotel ist. Die Schlossführung, die ich für 120€ gebucht hatte, war zwar ein Flopp, und der Grüne Salon in dem die "Reisegruppe Uwe Scheddin" zur Kaffeezeit dinierte, war ein wenig geschmacklos, aber das Schloss und seine Geschichte hat sich dennoch eingeprägt, denn hier lebte die Familie derer von Trotha. Sie hatten nicht nur einen einflussreichen Bischof hervorgebracht, sondern Töchter und Söhne des Hauses hatten einst bedeutende Stellungen am Hofe des deutschen Kaisers, - das brachte eine schöne Fotogalerie gut zur Wirkung. Nach dieser Einkehr blieb im Hellen leider nicht mehr viel Zeit - jedenfalls nicht für den geplanten Geiseltalsee. Aber das näher liegende Merseburg wurde improvisiert noch besucht. Der kleine Spaziergang zur Domkirche und der Fürstbischöflichen Residenz hat sicher allen gefallen - auch wenn man gerne noch ein wenig länger geblieben wäre. Doch es war kurz vor 18 Uhr und die Museen schlossen - auch der Bus scharrte schon unruhig mit den Hufen, denn ein Kutscher von heute darf auf keinen Fall seine Arbeitszeit von maximal 13 ´Stunden überschreiten.