Nachtrag zur Wanderung in der Heidekrautblüte  Ende August 2016

Am 26. August, einem sehr heißen Freitag, war ich mit einem Dutzend Hitzebeständigen unterwegs auf der Suche nach dem Heidekraut, besser: Nach der Romantik des Heidekrauts. Fontane sagt in seinem Artikel zu Saarmund (unbedingt lesenswert: Band Spreeland so ziemlich am Schluss), dass er diesen Galgenberg erwandert ist und kam zur Schlussfolgerung, dass das Mittelalter seine Delinquenten oft dort bestrafte, wo es am schwersten fiel, Abschied zu nehmen.  Der entsprechende Berg bei dem einstigen Städtchen Saarmund ist Teil der Potsdamer Endmoräne und etwas über 90m über dem Meer. Der Blick geht heute nur noch nach West und Nord, die andere Seite ins Nuthetal ist zugewachsen. Aber auch die verbleibende Aussicht ist gut, liegt doch zu Füßen die Lange Wische, einst einer der vielen Nebenarme der Havel, als das Eis der Eiszeit Wasser war… Seit mindestens 100 Jahren ist der Hang des Berges kahl und versteppt, auch der sanft ansteigende Hang vom deutlich niedrigeren Wische-Tal. Die Wische ist fruchtbar, der Hand sandig. Die Nichtnutzung oder die als Schafweide, gab dem Heidekraut hier einen Standort. Zunächst fanden wir kaum die Pflanzen, aber dann mitten darin, erschien dieser größte brandenburgische Standort außerhalb der einstigen Truppenübungsplätze doch üppig genug, um uns nicht zu enttäuschen. Mir gefiel vor allem auch der Weg über den gesamten sich dem Hang anschließenden trochenen Teil des Saarmunder Flugplatzes, wo es sehr üppige Spätsommerblüher – neben dem Heidekraut – gibt. Leider ist dieser schöne Teil Natur der Mittelmark streng eingerahmt von Autobahnen. Geradenach so kann man den Lärm überhören… Als der märkische Dichter Peter Huchel hier im Nachbardorf Langerwisch lebte, gab es diese moderne Verkehrsader noch nicht. Wer wissen will, wie die Natur auf den Menschen damals wirkte, nehme in einem guten, ruhigen Moment Huchel zur Hand (Peter Huchel „Gedichte““ Bibliothek Suhrkamp) -  und hierbei die Werke aus der ersten Lebenshälfte. Ich habe unterwegs versucht, einiges davon passend zu zitieren…

Mittags waren wir dann pünktlich im „Rosengut“, wo wir sehr gut zu Mittag aßen. Das Rosengut ist aber keine Gaststätte, sondern hat eine Gaststätte. Es ist die einstige Gärtnerei des Gutes Langerwisch und wird von dem einstigen Geschäftsführer der landwirtschaftlichen Genossenschaft aus DDR-Zeiten geführt. Sehr erfolgreich: Herr Bräutigam kam an unseren Tisch und stellte sich und seinen Betrieb (auf meinen Wunsch) kurz vor. Er hat 70 Mitarbeiter! Anschließend – die Hitze nahm zu – liefen wir durch den Wald um das Gut herum, um dann auf schattigen Wegen nach Langerwisch zu gelangen, wo ziemlich viele Linienbusse nach Potsdam oder an die Regionalbahn RE 7 fahren.