Ein Ausflug in die "Hohe Politik"

Zum US-Militäreinsatz gegen Syrien am 6. April 2017 - von Uwe Scheddin

Ich verurteile den von US-Präsident Trump angeordneten Luftangriff auf einen Militärstützpunkt Syriens!

Seit der Krim-Krise ist das für mich die bedrohlichste Entwicklung unserer politischen Weltlage.

Wir sollten uns klarmachen, was hier geschieht:

Zu erwarten ist, dass die Sprache der Waffen, wie in allen vorhergehenden Kriegseinsätzen der Gegenwart  nichts klärt, sondern lediglich die Lage der betroffenen Region verschlimmert, eine Lösung kompliziert und die Gefahr einer militärischen Globalkonfrontation verstärkt.

Wem nützten Konfrontationen?

Ihr Erstarken können wir gerade live erleben und die Einschläge original mitzählen – wie das Ticken eines gewaltigen Zeitzünders.

Wenn wirklich eine Lösung/Erlösung für Syrien und endlich auch die wohlverdiente Verhaftung und Verurteilung Baschar el-Assads für das Programm und das Ziel stünden, würden sich die Großmächte längst verständigt haben. Denn jedem Kind muss doch klar sein, dass dieses Regime und der eingenistete Terrorismus nur gemeinsam, konzertiert und konzentriert in einer Allianz (wie 1943-45 gegen das Deutsche Reich) gelingen kann.

Doch was wir sehen und erleben ist, dass die Gemeinsamkeit zwar allseits als einziges Mittel erkannt und laut verkündet, aber an entscheidender Stelle und im wichtigsten Moment nicht praktiziert wird.

Dieser Wahnsinn hat Methode. Es ist keine Unfähigkeit oder Desorientierung. Die Großmächte und ihr mächtiges Militär (und die natürlich zugehörige Industrie und Verwaltung dafür) nutzen die auf der Welt verbliebenen Krisenherde, um auf jenen Flammen ihr Süppchen zu kochen.

Deutlicher: Um in ihrer Hitze Waffen zu schmieden. Dafür ist Anfachen und nicht etwa Löschen unvermeidbar.

Für die hierfür notwendige systematische Doppelmoral ist eine Figur und ein Charakter wie Donald Trump als Präsident der USA eine Idealbesetzung. Teils belustigt, teils schaudernd sehen hören wir seit Monaten von diesem Menschen.

Jetzt wurde erstmalig sein Credo „Rede-so-und-handle-anders“ in der hohen Politik angewendet. Hört seine letzte Verkündung: „Alle Nationen müssen gemeinsam handeln!“  W o r t e,  gesprochen, nachdem er  solistisch einen nichtvereinbarten Angriff und natürlich ohne klare Sach- und Rechtslage gestartet hat.  

 

Eigentümlicher und bezeichnender Weise kommt einem das gar nicht so verrückt vor, wie es ist, denn Trump ist offenbar dort angekommen und brauchbar, wo ein gespaltenes, entfremdetes, aber eitles Tun im Wesentlichen und längst Gang und Gebe ist.

Einer der SPD-Führenden nennt Trumps Einsatzbefehl sogar „nachvollziehbar“.

Meine Kanzlerin sieht die Verantwortung allein bei Baschar el-Assad, wo alle Welt weiß, dass er eine Schachfigur ist.

Ich sage: Das ist eine ganz klare Eskalation allgemeiner Kriegs- und Krisengefahr. Nutznießer davon werden wieder Terroristen und Rüstungsaktien sein. Hier werden Raketen gelenkt, um im Trüben zu fischen.

Es geht nicht um die Ächtung Chemischer Waffen.

Macht Euch das klar!